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Ein glanzvolles Ende

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Schon elf Wochen

auf Reise

Wissen teilen

Immer, wenn der letzte Tag in einer Werkstatt ansteht, staune ich, wie schnell die Woche verstrichen ist. Wieder habe ich viel erlebt und ich erfahre, dass man von niemandem mehr lernen kann als von vielen. An allen Stätten entdecke ich Besonderheiten, lerne verschiedenste Arbeitsabläufe für ähnliche Arbeiten, werde immer geschickter im Handwerk und freue mich, wenn ich auf jeder Station auch von meinem bisher Erlernten etwas weitergeben kann.


Ordnung halten

Achim hat heute einen Außentermin und für mich wird es Zeit, den Arbeitsplatz aufzuräumen und meine ganzen Formen, die ich diese Woche gesetzt habe, wieder abzulegen. Nachdem ich sie gestern gewaschen habe,  geht es heute daran, die Schriften zu sortieren, die Kolumnenschnüre ordentlich zu binden, Druckstöcke, Stege, Regletten und Spatien zu ordnen und schließlich die einzelnen Holz- und Bleilettern abzulegen, bzw. zurückzustecken. Alles hat seinen Platz und muss genau dorthin wieder zurück.


Geschichten erzählen

Die Vielfältigkeit der Buchstaben fasziniert mich immer wieder aufs Neue. Schon auf Grund ihrer Größe sind Plakatschriften etwas ganz Besonderes. Beim Ablegen der großen ›ch‹ Fraktur-Letter, frage ich mich, ob sie wohl stolz ist, endlich wieder zum Einsatz gekommen zu sein und nun blank geputzt neben den anderen im Kasten liegt, die im Vergleich ganz stumpf aussehen, weil sie lange nicht gesetzt wurden. Ist es nur meine Phantasie, wenn ich die Buchstaben Geschichten erzählen höre?


Auf Entdeckungstour

In einem Steckschriftkasten finde ich außerordentliche Zierbuchstaben mit schwungvollen Ausarbeitungen von sehr schmalen bis überlangen Breiten. Im nächsten Kasten entdecke ich eine ungewöhnliche Form mit Gussmarke sowohl an der Seite wie auch auf der Druckfläche. Ist sie ein Buchstabe oder ein Abstandshalter? Ich frage Achim, aber er weiß auch keine Antwort. Vielleicht finde ich es ja noch heraus.


Reise in die Vergangenheit

Zum Abschluss zeigt Achim mir sein Berichtsheft, besser -buch aus seiner Lehrzeit mit vielen Arbeitsproben. Darin sind tolle Entwürfe, Zeichnungen und sorgfältige Tagesberichte zu finden. Am meisten hat es ihm gefallen, Tabellen zu setzen, weil sie eine Herausforderung darstellten und dabei so viel zu berechnen war. Und natürlich das Gestalten, das war schon früh seine Leidenschaft. Es ist faszinierend, so alte Berichtsbücher einzusehen und sich in eine andere Zeit versetzen zu lassen.


Goldene Zeit

All meine Drucke sind nun trocken, ein paar blau-grüne und gelb-roten Laternen auch schon zusammengeklebt. Und Achim hat mit Goldstaub noch etwas Glanz auf einen Bogen gebracht. Das sieht alles schön aus, ich bin sehr zufrieden und habe wieder viel gelernt.

Während ich packe, bekomme ich Nachricht von Walter, dass die Schachteln für mein TypoSkat fertig gedruckt und sogar schon gestanzt sind. Wunderbar, dann geht es damit auch weiter.


Danke Achim

und »Gott grüß die Kunst«

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Kommentare: 1
  • #1

    Helga (Freitag, 04 Dezember 2020 22:15)

    Liebe Jana, wäre es nicht toll, wenn Achim sein Berichtsheft in irgendeiner Form dem Museum zukommen lassen könnte? Wahrscheinlich kann er sich nicht davon trennen, aber es wäre toll da einen Weg zu finden.
    Wir haben Berichtshefte im Graphischen Gewerbe und ich weiß noch, wie ich mal mit Manfred in einem herumgelesen habe. Lustig war das und interessant!
    Schönes Wochenende wünscht dir Helga